Epilepsietherapie
mit Medikamenten
Medikamente gegen Epilepsie
Medikamente gegen Epilepsie nennt man Anfallsmedikamente oder Antianfallsmedikamente.
Früher wurden sie Antikonvulsiva oder Antiepileptika genannt.
Alle Anfallsmedikamente haben
– eine Wirkung (gegen epileptische Anfälle)
– Nebenwirkungen (auch Störwirkungen genannt)
– Wechselwirkungen (mit anderen Medikamenten).
Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Anfallsmedikamente eine ähnlich starke Wirkung, unterscheiden sich jedoch von einander teilweise sehr bei den Neben- und Wechselwirkungen.
Ein Epileptologe (auf Epileptologie spezialisierter Neurologe) sollte seinen Patienten möglichst Anfallsmedikamente mit starker Wirkung
und wenigen Neben- und Wechselwirkungen verschreiben.
Nicht alle Nebenwirkungen von Anfallsmedikamenten sind störend. Einige Nebenwirkungen können durchaus von Vorteil sein, z.B. Gewichtsabnahme oder Stimmungsstabilisierung. Manchmal müssen Nebenwirkungen in Ermangelung besserer Anfallsmedikamente in Kauf genommen werden.
Oftmals sind Wechselwirkungen hinderlich. Allerdings können einige Wechselwirkungen auch hilfreich sein. In jedem Fall ist es sehr wichtig, dass der behandelnde Epileptologe die Wechselwirkungen der Anfallsmedikamente untereinander und mit anderen Medikamenten kennt und auf sie adäquat reagiert.
Allgemein gilt, dass ältere Anfallsmedikamente zwar kostengünstiger, aber mehr Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Neuere Anfallsmedikamente sind hingegen teurer, aber meist verträglicher, da sie weniger Neben- und Wechselwirkungen aufweisen. Neuere Anfallsmedikamente sind auch oftmals nicht nur in Tablettenform, sondern auch als Saft oder intravenös verabreichbar, was vorteilhaft sein kann z.B. bei Schluckstörungen.
Es ist sehr wichtig, dass ein Epileptologe seine Epilepsie-Patienten individuell „maßgeschneidert“ mit den richtigen Anfallsmedikamenten behandelt.
Sollte es sich bei Patienten mit fokaler Epilepsie herausstellen, dass trotz ausreichend hoch dosierter Gabe von mindestens zwei Anfallsmedikamenten keine Anfallsfreiheit erreicht werden kann, besteht eine sogenannte Pharmakorefraktärität.
In diesem Fall sollte die Möglichkeit einer Epilepsiechirurgie oder einer Stimulationstherapie geprüft werden.